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Berufsunfähigkeitsversicherung: Wann sie sich lohnt und was sie abdeckt

Berufsunfähigkeitsversicherung: Wann sie sich lohnt und was sie abdeckt


Ein Unfall, eine Rückenerkrankung oder eine psychische Krise kann dazu führen, dass man den eigenen Beruf nicht mehr ausüben kann. Das trifft nicht nur Menschen in körperlich belastenden Jobs. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sichert in diesem Fall das Einkommen. Hier erfahren Sie, was sie leistet, für wen sie sinnvoll ist und worauf Sie beim Abschluss achten sollten.


Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?


Die BU zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich auf Dauer nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben können. Üblich ist, dass die Versicherung ab einem Grad der Berufsunfähigkeit von 50 Prozent leistet. Die Rente soll Ihre laufenden Kosten decken, etwa Miete, Kredite und Lebenshaltung, wenn das Gehalt wegfällt.


Warum der staatliche Schutz oft nicht reicht


Viele gehen davon aus, dass der Staat im Ernstfall ausreichend absichert. Das ist ein Irrtum:


  • Keine Berufsunfähigkeitsrente für Jüngere: Wer nach 1960 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente.
  • Erwerbsminderungsrente nur im Extremfall: Sie wird erst gezahlt, wenn Sie grundsätzlich nur noch wenige Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten können. Dabei spielt Ihre Ausbildung kaum eine Rolle.
  • Hohe Lücke: Die Erwerbsminderungsrente liegt in der Regel deutlich unter dem bisherigen Nettoeinkommen und reicht häufig nicht aus, um den Lebensstandard zu halten.


Berufsunfähigkeit ist außerdem kein seltenes Risiko. Je nach Statistik wird etwa jede vierte bis fünfte erwerbstätige Person vor dem Rentenalter berufsunfähig. Die häufigsten Ursachen sind psychische Erkrankungen, gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats, Krebs und Unfälle.


Für wen lohnt sich die BU?


Grundsätzlich ist sie für alle sinnvoll, die von ihrem Arbeitseinkommen leben. Besonders wichtig ist sie für:


  • Berufseinsteiger, Azubis und Studierende: Je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind, desto günstiger sind die Beiträge. Außerdem lassen sich Vorerkrankungen später kaum noch ausschließen, ohne dass der Schutz leidet.
  • Selbstständige und Freiberufler: Sie haben meist keinen oder nur einen geringen staatlichen Schutz.
  • Familien und Hauptverdiener: Fällt das Einkommen weg, geraten Partner und Kinder finanziell schnell unter Druck.
  • Immobilienbesitzer und Kreditnehmer: Laufende Raten müssen auch im Krankheitsfall bezahlt werden.
  • Beschäftigte in Büro- und Wissensberufen: Auch ohne körperliche Belastung sind psychische Erkrankungen ein häufiger Grund für Berufsunfähigkeit.


Weniger dringend ist die BU, wenn Sie bereits ausreichend Vermögen haben, um den Einkommensausfall langfristig selbst zu tragen, oder wenn Sie kurz vor der Rente stehen und die Beiträge sehr hoch wären. Für Menschen mit schweren Vorerkrankungen kann es schwierig werden, einen Vertrag zu bekommen. Hier lohnt sich die Frage nach Alternativen, etwa einer Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung.


Was deckt die BU ab?


  • Monatliche Rente bei anerkannter Berufsunfähigkeit, bis zum vereinbarten Endalter (idealerweise bis zum Beginn der Altersrente)
  • Beitragsbefreiung während des Leistungsbezugs: Sie zahlen dann keine Beiträge mehr, der Vertrag bleibt bestehen
  • Weltweiten Schutz bei Krankheit, Unfall und Kräfteverfall, sofern nicht ausdrücklich ausgeschlossen
  • Optional: eine Beitragsdynamik und eine Rentensteigerung während der Laufzeit, um die Inflation auszugleichen


Typische Ausschlüsse sind zum Beispiel Vorsatz, Krieg oder bewusst begangene Straftaten. Bei bestimmten Risikoaktivitäten wie gefährlichen Sportarten kann es Sonderregelungen geben.


Darauf sollten Sie beim Abschluss achten


  1. Verzicht auf abstrakte Verweisung: Die Versicherung darf Sie dann nicht auf einen anderen, zumutbaren Beruf verweisen, um die Leistung zu verweigern. Das ist heute Standard in guten Tarifen.
  2. Nachversicherungsgarantie: Sie können die Rente bei bestimmten Lebensereignissen (Heirat, Geburt eines Kindes, Karrieresprung) ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen.
  3. Passende Rentenhöhe: Als Faustregel gelten etwa 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens. Wichtig ist, dass die Rente Ihre laufenden Kosten tatsächlich deckt.
  4. Laufzeit bis zum Rentenbeginn: Eine zu kurze Laufzeit hinterlässt eine Versorgungslücke.
  5. Ehrliche Gesundheitsangaben: Verschweigen Sie nichts. Bei falschen Angaben kann die Versicherung später den Vertrag anfechten oder vom Vertrag zurücktreten. Dokumentieren Sie Ihre Antworten und lassen Sie sich im Zweifel beraten.
  6. Anonyme Risikovoranfrage: Bei Vorerkrankungen können Berater bei mehreren Versicherern anonym anfragen, ohne dass Ablehnungen in Ihrer Akte landen.


Was kostet eine BU?


Die Beiträge hängen von Eintrittsalter, Beruf, Gesundheitszustand, Rentenhöhe und Laufzeit ab. Berufe mit einem höheren Risiko, etwa im Handwerk, zahlen mehr als Bürotätige. Wer früh abschließt, spart langfristig. Ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich in jedem Fall, denn die Unterschiede bei Preis und Bedingungen sind erheblich.


Fazit


Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten privaten Absicherungen, weil sie Ihre wertvollste Ressource schützt: Ihre Arbeitskraft. Je früher Sie abschließen, desto günstiger und einfacher ist es. Achten Sie auf gute Bedingungen und nehmen Sie sich Zeit für die Gesundheitsfragen. Ich unterstütze Sie gerne dabei, einen Tarif zu finden, der zu Ihrer Lebenssituation passt.


Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung. Konditionen und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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Kontakt:

Bettina Große Gehling

Forststraße 15

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Erlaubnis zur Vermittlung von Immobiliardarlehen nach § 34i Abs. 1 der Gewerbeordnung

Gebundene Versicherungsvermittlerin nach § 34d Abs. 7 der Gewerbeordnung

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