Wer in ein paar Jahren eine Anschlussfinanzierung braucht, kann sich heute schon günstige Zinsen sichern. Dafür gibt es zwei klassische Wege. Dieser Ratgeber zeigt, wie sie funktionieren, was sie kosten und für wen welche Variante passt.
Nach den Niedrigzinsjahren sind die Bauzinsen deutlich gestiegen. Im Juni 2026 lagen sie für zehnjährige Sollzinsbindungen zwischen 3,5 und 4,0 Prozent. Wer vor Jahren mit 1 oder 2 Prozent finanziert hat, muss bei auslaufender Zinsbindung mit einer deutlich höheren Rate rechnen. Wie stark das wirkt, zeigt ein Beispiel: Steigt der Zins um zwei Prozentpunkte, kostet ein Folgekredit über 150.000 Euro rund 250 Euro mehr pro Monat.
Sie schließen heute einen Darlehensvertrag ab, der erst zum Ende Ihrer aktuellen Zinsbindung greift. Zins, Laufzeit und Tilgung stehen von Anfang an fest.
Was es kostet: Die Bank verlangt einen Aufschlag pro Monat Vorlaufzeit. Üblich sind 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat. Viele Banken staffeln den Aufschlag. Die Konditionen unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich, ein Vergleich lohnt sich.
Rechenbeispiel (frei gewählte Werte zur Veranschaulichung):
| Restschuld bei Ende der Zinsbindung | 150.000 € |
| Heutiger Marktzins (10 Jahre) | 3,80 % |
| Vorlaufzeit | 24 Monate |
| Aufschlag | 0,02 % pro Monat |
| Gesamtaufschlag | 24 × 0,02 % = 0,48 Prozentpunkte |
| Forward-Zins | 4,28 % |
Der Aufschlag kostet im ersten Jahr rund 720 Euro (0,48 % von 150.000 €), danach sinkt der Betrag mit der Restschuld. Das ist der Preis für Planungssicherheit. Fällt der Marktzins bis zum Stichtag, haben Sie draufgezahlt. Steigt er, haben Sie gespart.
Wichtig zu wissen:
Beim Bausparen sparen Sie zunächst ein Guthaben an. Ist der Vertrag zuteilungsreif, bekommen Sie zusätzlich ein Bauspardarlehen zu dem Zins, den Sie beim Abschluss vereinbart haben. Typisch für Bauspardarlehen sind Effektivzinsen von 2,5 bis 3,5 Prozent, je nach Tarif. Das liegt unter dem aktuellen Marktniveau.
Dafür gibt es Einschränkungen:
Bausparen lohnt sich also vor allem, wenn ein konkretes Projekt geplant ist.
| Kriterium | Forward-Darlehen | Bausparvertrag |
|---|---|---|
| Zinssicherung | Verbindlich, ab Vertragsschluss | Zinsgarantie |
| Vorlaufzeit | Meist 12 bis 60 Monate | Oft 7 bis 15 Jahre |
| Zusätzliche Kosten | Monatlicher Zinsaufschlag | Abschlussgebühr |
| Deckung der Restschuld | Vollständig | Ganz oder teilweise |
| Planbarkeit | Hoch, Termin und Zins fest | Hoch, Termin und Zins fest |
| Flexibilität | Gering, Abnahmepflicht | Höher, z. B. bei Sondertilgungen im Bauspardarlehen |
| Passt zu | Anschlussfinanzierung in 1 bis 5 Jahren | Ferner Zinsbindungsablauf, planbare Sparrate |
Das Forward-Darlehen passt eher, wenn …
Der Bausparvertrag passt eher, wenn …
Beides kombinieren: Manche Haushalte sichern einen Teil über einen Bausparvertrag ab und den Rest später per Forward-Darlehen oder Anschlussdarlehen. Das erhöht den Aufwand, kann aber das Risiko streuen.
Das Forward-Darlehen ist die berechenbare Lösung für alle, deren Zinsbindung in absehbarer Zeit ausläuft. Es kostet einen Aufschlag, gibt Ihnen dafür aber verbindliche Planungssicherheit für die gesamte Restschuld. Der Bausparvertrag eignet sich für Haushalte mit langem Zeithorizont und konkretem Vorhaben.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzierungsberatung. Alle Zinssätze und Aufschläge sind Richtwerte (Stand Oktober 2026) und ändern sich laufend.
Erlaubnis zur Vermittlung von Immobiliardarlehen nach § 34i Abs. 1 der Gewerbeordnung
Gebundene Versicherungsvermittlerin nach § 34d Abs. 7 der Gewerbeordnung