Ihre Zinsbindung läuft in ein paar Jahren aus? Hier erfahren Sie, wie ein Forward-Darlehen funktioniert, was der Aufschlag kostet und in welchen Fällen sich die Zinssicherung wirklich rechnet.
Läuft die Zinsbindung Ihres Baukredits aus, bleibt in der Regel eine Restschuld übrig. Diese müssen Sie mit einer Anschlussfinanzierung ablösen, entweder bei Ihrer bisherigen Bank (Prolongation) oder bei einer anderen (Umschuldung). Welchen Zins Sie dann bekommen, wissen Sie erst, wenn es so weit ist.
Hier setzt das Forward-Darlehen an. Sie vereinbaren die Anschlussfinanzierung schon jetzt, die Auszahlung erfolgt aber erst, wenn Ihr aktueller Kredit endet. Der Zinssatz steht damit heute fest. Üblich sind Vorlaufzeiten zwischen 12 und 60 Monaten. Bei manchen Anbietern können Sie den Vertrag bis zu 5,5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung abschließen.
Die Bank verlangt für die Festschreibung einen Forward-Aufschlag auf den aktuellen Zins. Er wird pro Monat Vorlaufzeit berechnet. Über die Höhe gehen die Angaben leicht auseinander. Die Verbraucherzentrale nennt 0,01 bis 0,03 Prozent pro Monat. Finanztip fand bei einer großen Direktbank Werte zwischen null und 0,017 Prozent pro Monat. Außerdem wird für die ersten zwölf Monate oft kein Aufschlag verlangt.
Ein Rechenbeispiel (vereinfacht):
| Restschuld bei Ablauf der Zinsbindung | 200.000 € |
| Vorlaufzeit | 36 Monate |
| Angenommener Aufschlag | ca. 0,5 Prozentpunkte |
| Mehrkosten pro Jahr | ca. 1.000 € |
Mit einem Aufschlag von 0,5 Prozentpunkten zahlen Sie im ersten Jahr der Anschlussfinanzierung rund 1.000 € mehr Zinsen, als wenn Sie zum heutigen Marktzins abschließen könnten. Das ist der Preis der Sicherheit. Die konkreten Werte hängen von Bank, Vorlaufzeit und Bonität ab. Lassen Sie sich deshalb immer ein verbindliches Angebot machen.
Die Rechnung ist einfach: Ein Forward-Darlehen rechnet sich, wenn der Marktzins zum Auszahlungstermin höher liegt als der heute vereinbarte Zins samt Aufschlag. Zum Break-even-Punkt gehören deshalb zwei Fragen: Wie hoch ist der Aufschlag? Und wie weit müssen die Zinsen steigen, damit Sie ihn wieder hereinholen? monsterdealz
Ein Forward-Darlehen ist besonders interessant, wenn
Ein Forward-Darlehen ist kein Selbstläufer. Eher abraten lässt sich in diesen Fällen:
Zinsprognosen sind unsicher. Je weiter sie in die Zukunft reichen, desto weniger verlässlich sind sie. Bauen Sie Ihre Entscheidung deshalb nicht auf eine einzelne Vorhersage, sondern auf Ihre eigene Risikotragfähigkeit.
Ein Forward-Darlehen ist eine Wette auf steigende Zinsen, die Sie gegen den Aufschlag absichern. Es lohnt sich vor allem bei überschaubarer Vorlaufzeit, einem Zinsumfeld mit Aufwärtsdruck und wenig finanziellem Puffer. Wer den Break-even realistisch durchrechnet und verschiedene Angebote vergleicht, kann gut einschätzen, ob die Planungssicherheit den Preis wert ist.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine individuelle Finanzierungsberatung. Zinsen und Aufschläge ändern sich laufend; Stand der genannten Werte: Oktober 2026.
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